
Katzen und Flöhe können von mehreren Floharten befallen werden. Flöhe vermögen sich in unterschiedlichen Maße verschiedenen Wirten anzupassen, da sie weniger an einen auserwählten Blutspender als vielmehr an ein bestimmtes Milieu gebunden sind. Allerdings sind artspezifische Unterschiede vorhanden. Während der Hundefloh Ctenocephalides canis) seinen Namen gerecht wird und Hunde am liebsten mag, Mensch und Katze hingegen nur notgedrungen benutzt, ist der Katzenfloh (Ctenocephalides felis) weniger wählerisch. Er nimmt, was sich ihm bietet, und wurde deshalb schon auf etwa 70 verschiedenen Tierarten gefunden. Dies erklärt, weshalb er sich von seiner weit entfernten Heimat Nordafrika und dem vorderen Orient bis nach Europa ausbreiten konnte. Der Mensch ist für Katzenflöhe unterschiedlich empfänglich. Bei dem einem fühlen sie sich wohl und saugen unablässig Blut, einen anderen benutzen sie lediglich als Transportmittel, von dem sie bei erstbester Gelegenheit schnell auf ein ihnen mehr behagendes Individuum umsteigen. So kommt es, dass völlig separat gehaltene Stubenkatzen zu einem Floh gelangen können. Der sie betreuende Mensch wird, ohne es zu bemerken, zum Flohlieferanten. Flöhen sagen im Allgemeinen zentral geheizte Wohnungen nicht sonderlich zu; sie benötigen zu einer gedeihlichen Entwicklung eine bestimmte Luftfeuchtigkeit. Dem Katzenfloh scheint dies jedoch nichts auszumachen. Bemerkenswert ist auch die Feststellung, dass man bei Untersuchungen von Hunden und Katzen mehr weibliche als männliche Flöhe fand. Die überraschende Erklärung hierfür: Flohweibchen haben eine längere Lebensdauer und widerstehen besser dem Hunger als ihre männlichen Artgenossen. Sie sind außerordentlich genügsam und können wochenlang, ja unter Umständen sogar bis zu anderthalb Jahre ohne Nahrung auskommen. Finden sie nach einer solchen Fastenzeit ein Opfer, sind sie allerdings unersättlich. Gelegentlich lassen sich auf Katzen auch einmal Igelflöhe nieder, doch das ist selten. Erdflöhe sind keine tierischen Schmarotzer, wie manchmal angenommen wird, sondern Pflanzenschädlinge. Sandflöhe schmarotzen zwar bei Mensch und Tier, sind aber nahezu unbekannt, da sie tropische Regionen bevorzugen. Die größte Flohaktivität ist im August bis Oktober. Gelegenheiten für den Austausch von Flöhen gibt es genug, so bei Begegnungen mit anderen Katzen oder mit Hunden auf der Straße, im Hof und im Garten, bei vorübergehendem Aufenthalt in einer Tierpension, auf Katzenausstellungen, ja manchmal sogar im Wartezimmer des Tierarztes.
Flöhe bilden die Ordnung Siphonaptera in der Klasse der Insekten und gehören dort zu den holometabolen blutsaugenden Hautschmarotzer. Sie sind hell bis dunkelbraun gefärbt. Von den etwa 2400 Arten der Flöhe sind etwa 70 Arten in Mitteleuropa nachgewiesen. Die Tiere zählen zu den Parasiten. Sie erreichen eine Länge von 1,5 bis 4,5 Millimetern, die größte Art ist der Maulwurfsfloh (Hystrichopsylla talpae Curtis), der auf dem Europäischen Maulwurf (Talpa europaea Linnaeus,) parasitisiert. Sie haben einen seitlich zusammengedrückten Körper. Obwohl sie hierdurch plump wirken, ist es erstaunlich, wie flink sie sich im Haarkleid bewegen können. Noch bemerkenswerter ist ihr Sprungvermögen. Mit einer Sprungweite bis zu anderthalb Meter übertrifft sie ihre Körperlänge um das Sechshundertfache. Infolge ihrer Beweglichkeit sind einzelne Flöhe im Haarkleid leicht zu übersehen. Wir werden jedoch auf ihr Vorhandensein durch den krümeligen, glänzend – schwarzen Flohkot aufmerksam, der an Kohlenstaub erinnert. Man findet ihn vor allem an jenen Körperstellen, die von Flöhen bevorzugt werden, wie Hals, Rücken, und Rutenansatz. Punktförmige Blutungen in der Haut sind ein weiterer Hinweis für Flohbefall. Sie werden durch die Flohstiche verursacht, denn ein Floh muss mehrmals stechen, bevor er fündig wird und seine Nahrungsquelle trifft. Hauptsächlich ist es der ständige Juckreiz unserer Katze, der uns veranlasst, ihr Haarkleid genauer zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1 Merkmale
2 Lebensweisen
3 Fortpflanzung
4 Schadwirkungen beim Menschen
5 Bekämpfung
Merkmale
Flöhe besitzen keine Flügel (daher der zweite Teil des wissenschaftlichen Namens dieser Ordnung: aptera, griech. „flügellos“, haben dafür aber zur schnellen Fortbewegung kräftige Hinterbeine, die ihnen große Sprünge bis fast einen Meter erlauben. Die Schnellbewegung der Sprungbeine gilt als eine der schnellsten Bewegungen im gesamten Tierreich. Um dies zu erreichen, würde die Kontraktionsgeschwindigkeit der Muskeln nicht ausreichen. Daher besitzen Flöhe in ihren Beinen sogenannte Resilinpolster. Resilin ist ein elastisches Protein, welches vor dem Sprung wie ein Bogen gespannt werden kann und dem Floh auf diese Weise sehr weite und hohe Sprünge ermöglicht. Der Sprung eines Flohs ist ungerichtet.
Charakteristisch für Flöhe ist ihr seitlich abgeplatteter Körper, der es ihnen erleichtert, sich im Fell zwischen den Haaren fortzubewegen. Flöhe besitzen keine Facettenaugen sondern ein Paar einlinsige Punktaugen. Die Mundwerkzeuge sind zu einem kombinierten Stech- und Saugrüssel umfunktioniert (daher der erste Teil des wissenschaftlichen Namens dieser Ordnung: siphon, griech. „Rohr, Röhre“. Beim Saugen führt der Floh einen regelrechten Kopfstand aus.
Flöhe besitzen einen sehr harten Chitinpanzer, der es sehr schwer macht, sie zu zerdrücken. Ein Zerreiben ist hingegen eher möglich, man kann sie aber mit dem Fingernagel zerknacken. Am Körper und an den Beinen haben sie nach hinten gerichtete Borsten und Zahnkämme (Ctenidien), die es – zusammen mit den Krallen an den Beinen – schwer machen, Flöhe aus den Haaren zu kämmen.
Lebensweise
Flöhe sind Parasiten, die von warmblütigen Tieren leben, wobei 94 Prozent aller Arten auf Säugetieren parasitisieren und etwa 6 Prozent auf Vögeln. Flöhe haben zwar Vorlieben für bestimmte Wirtstiere, sind aber nicht ausschließlich auf diese angewiesen. Vielmehr scheinen Flöhe eine größere Bindung zu ihren Nestern (Tiernester, aber auch Polster, s. u.) zu haben als zu ihren Wirten.
Flohlarve
Somit wird der Mensch auch von anderen Floharten als dem Menschenfloh (Pulex irritans Linnaeus, befallen. Haustierbesitzer sollten auch um ihrer eigenen Gesundheit willen darauf achten, dass ihre Tiere frei von Flöhen sind.
Flöhe werden durch das Kohlenstoffdioxid der Atemluft, Wärme und Bewegung von Tieren angelockt. Nach einer üppigen Mahlzeit kommen Flöhe bis zu zwei Monate ohne Nahrung aus.
In Wohnungen fühlen sich Flöhe in Teppichen und Polstermöbeln wohl, wo sie auch die meiste Zeit verbringen. Nur zum Blutsaugen suchen sie den das Tier und den Menschen auf.
Ein Floh kann maximal 1½ Jahre alt werden. Die Lebensdauer des ausgewachsenen Rattenflohs beträgt 5 bis 6 Wochen. Die Larvenentwicklung dauert je nach Temperatur 8 Tage (warme Zimmertemperatur) bis zu einem Jahr. Es gibt drei Larvenstadien und ein ruhendes Puppenstadium.
Nach ihrem Verhalten werden die Flöhe in zwei Gruppen eingeteilt: Nestflöhe und Pelzflöhe. Die Nestflöhe bleiben stationär in der Nähe des Schlafplatzes ihres Wirtes in dunkler und trockener Umgebung. Sie kommen des Nachts aus ihrem Versteck, befallen den Wirt und verschwinden wieder im Versteck, wo sie ihre Eier legen. Sie sind extrem lichtscheu und lieben keine Ortsveränderung. Deshalb sind sie nur ganz ausnahmsweise in der Kleidung während deren Gebrauch zu finden. Kennzeichnend ist, dass der Wirt wahllos über den ganzen Körper von Bissen befallen ist. Bekanntester Vertreter ist der Menschenfloh, der sich tagsüber in den dunklen Stellen des Bettes aufhält. Die Pelzflöhe hingegen bleiben auf ihrem Wirt sitzen und wandern mit ihm mit. Sie vertragen daher Licht ohne weiteres sehr gut, springen auch Menschen an und setzen sich in deren Kleidung fest. Aber Menschenblut nehmen sie nur ausnahmsweise, wenn keine Ratten mehr zur Verfügung stehen.
Die Larven der Flöhe ernähren sich meist von zerfallenden organischen Stoffen in der Nähe ihrer späteren Wirte. Zur Nahrung kann deshalb auch der Kot der erwachsenen Flöhe zählen.
Fortpflanzung
Die Fortpflanzung setzt einen bestimmten Temperaturbereich voraus. Fällt die Temperatur auf 5 °C und darunter, wird die Fortpflanzung eingestellt, bereits unter 10 °C nimmt sie signifikant ab. Das bedeutet aber nicht, dass sich Flöhe in den gemäßigten und nördlichen Breiten im Winter nicht vermehren. Sie pflanzen sich dort in Wohnungen und Ställen das ganze Jahr über fort.
Die Männchen besitzen spezielle Klammerorgane, die sie bei der Kopulation einsetzen. Das Weibchen legt die relativ großen Eier in Eipaketen zu etwa 10 Stück ab und muss zwischendurch immer wieder neue Nahrung zu sich nehmen. Während ihres Lebens kann sie etwa 400 Eier legen. Die Larven besitzen weder Beine noch Augen und sind mit Borsten bedeckt. Die Entwicklung verläuft im Nest des Wirtes und dauert etwa zwei bis vier Wochen. Dabei ernähren sich die Larven von den Ausscheidungen der adulten Tiere. Da es sich hierbei um eingetrocknetes Blut handelt, lässt sich anhand dieses Flohkotes ein Befall effektiv nachweisen. Hierzu werden die mittels eines Flohkammes ausgekämmten Bestandteile auf eine weiße saugfähige Unterlage (Zellstoff, Kissenbezug oder Ähnliches) gegeben und leicht befeuchtet. Durch seinen Blutgehalt wischt die Ausscheidung des Parasiten rötlich aus.
Schadwirkung beim Menschen
Linke Bildhälfte: ausgekämmter Flohkot; rechte Bildhälfte: rötliches Auswischen des befeuchteten Flohkotes
Springt ein Vertreter dieser Arten auf den Menschen über, so verursacht er dort durch seinen Stich eine kleine Wunde mit einem mehr oder minder intensiven und großflächigen Juckreiz, welcher im Regelfall dazu führt, dass die Menschen nachts unbemerkt daran kratzen. Das Ergebnis sind offene Stellen in der Haut, die sich auch entzünden können. Charakteristisch ist, dass die Stiche fast immer in Reihen liegen, weil die Flöhe leicht irritiert werden bzw. Probestiche vornehmen.
Der Menschenfloh (Pulex irritans) kann in seltenen Fällen durch seinen Stich/Biss die Pest auf mechanischem Wege übertragen. Speziell der Rattenfloh (Xenopsylla cheopis), der Pestfloh, ist durch seinen Stich / Biss schon lange als biologischer Überträger der Pest bekannt. Siehe auch Infektionsweg. Hunde- und Katzenflöhe bleiben in der Regel auf deren üblichen Wirten, doch beim engeren Zusammenleben gehen diese auch gerne auf den Menschen über.
Von tropischen Floharten können die Erreger von Pest, Tularämie und murinem bzw. endemischem Fleckfieber (Erreger:Bakterium Rickettsia mooseri, Vektor: in erster Linie Ratten- und flohähnliche Mäuseflöhe (Leptinus testaceus) Mueller) übertragen werden. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bei diesen Flöhen nicht möglich.
Bekämpfung
Ist die Entwicklung des Flohs von Interesse. Flohweibchen sind sehr fruchtbar und legen mehrere hundert Eier an ihrem Wirt ab. Diese bleiben nicht im Fell, sondern fallen auf den Fußboden und gelangen in Dielenritzen, ins Lager, auf Polstermöbel und Teppiche. Hier muss eine besondere Sorgfalt bei der Säuberung des Schlafplatzes der Haustiere gelten. Aus den Eiern schlüpfen madenähnliche Larven. Unter der Lupe oder dem Mikroskop sehen sie wie Raupen aus. Sie sind wie diese Fuß los. Sie ernähren sich von im Kehricht befindlichen organischen Substanzen, hauptsächlich aber vom Flohkot, der noch reichliche Reste unverdauten Blutes enthält. Flöhe saugen, besonders nach einer längeren Hungerperiode, mehr Blut, als sie in sich aufnehmen können. Die Larven häuten sich dreimal, dann verpuppen sie sich, indem sie sich in einen Kokon einspinnen. Aus diesem geht eines Tages ein junger Floh hervor. Unter günstigen Entwicklungsbedingungen vergehen von der Abgabe des Eies bis zur Flohgeburt 5 Wochen, unter schlechten kann es Monate dauern.
Flöhe beunruhigen das befallene Wirtstier einmal durch ihr Umherlaufen auf der Haut, zum anderen durch den Juckreiz, den ihr Blutsauger verursacht. Außerdem ist der Stich schmerzhaft.
Ein Massenbefall kann sogar Blutarmut zur Folge haben. Die gerade bei Jungtieren ernsthafte gesundheitliche Störungen hervorrufen können. Es ist zu bedenken, dass Flöhe Krankheitserreger, wie Bakterien, Vieren und Pilzsporen, übertragen können. Seit langem wissen wir, dass Flohlarven als Zwischenwirt für den kürbiskernartigen Bandwurm durch die Aufnahme von dessen Eiern eine Rolle spielen und Katzen hiermit infizieren. Flohbefall als Ursache von Hauterkrankungen (Ekzem) ist ein weiterer Grund, etwas gegen diese Parasiten zu unternehmen.
Das Auskämmender Flöhe mit einem Kamm, dessen Zinken sehr eng stehen, einen sog. Flohkamm bzw. Staubkamm, dürfte hierfür kaum ausreichen.
Gegen Flöhe gibt es insbesondere für Tiere zahlreiche chemische Mittel wie Flohpuder, Shampoo und Sprays die beispielsweise beim Tierarzt und in den Apotheken erhältlich sind. Gelangen die Hautschmarotzer mit diesen in Berührung, in Kontakt, so werden sie in kurzer Zeit durch Nervenlähmung getötet. Bei allen gebräuchlichen Kontaktinsektiziden sind unbedingt die Anweisungsvorschriften des Herstellers zu beachten. Viele Mittel kommen für Katzen nicht in Frage. Fachkundiger Berater ist Ihr Tierarzt. Ihn zu konsultieren ist besser, als ein Risiko einzugehen. Die verschiedenen Präparate verdanken ihrer Wirkung unterschiedliche chemische Substanzen, die mehr oder weniger gut vertragen werden. Ein dauerhafter Erfolg ist uns jedoch nur beschieden, wenn wir zugleich die Flohbrut bekämpfen. Das Lager, der Fußboden, die Dielenritzen sowie alle Polstermöbel und Teppiche sind gründlich zu reinigen. Von der Katze bevorzugte Lieblingsplätze kann man mit insektizidem Puder bestreuen und danach absaugen, wodurch die hiermit in Berührung gelangenden Flöhe mit samt ihrer Brut bereits im Beutel unschädlich gemacht werden. Desinfektionsmittel sind unwirksam, stattdessen verwendet man ein handelsübliches Flohsprays. Den Spray lässt man die Nacht über, wenn sich niemand im Raum aufhält, einwirken und lüftet am kommenden Morgen. Es werden auch Sprühmittel angeboten, die einen Wachstumsregulator enthalten. Diese unterbricht für mehr oder weniger lange Zeit den Entwicklungskreislauf der Flöhe und verhindert in der Wohnung einen Neubefall. Beim Kauf sollte man jedoch darauf achten, dass es sich bei den enthaltenen Wirkstoffen um ein umweltfreundliches Mittel handelt, das auf Dauer weder die Gesundheit des Tieres noch der Mensch beeinträchtigt. Verlässliche Auskunft hierfür darf man nicht in jeder Zoohandlung erwarten. Auch mit dieser Frage wendet man sich besser an seinen Tierarzt. Geeignete Mittel, die sich sowohl zur unschädlichen Behandlung der Katze als auch zur umweltfreundlichen Bekämpfung der Flohbrut in unmittelbarer Umgebung des Tieres eignen, sind vom Tierarzt erhältlich. Auch hier wird Ihr Tierarzt sie Fachkundig beraten.
Es gibt auch sehr wirksame Sprays oder „Spot-On“, die die Flohpopulation direkt im Pelz genauso vernichten wie die „Nester“ im Umfeld.
Ein „Spot-On“ ist eine kleine Ampulle, deren Inhalt als Tropfenmenge je nach Größe des Tieres direkt auf das Genick des Wirtstieres aufgetragen wird. Das „Spot-On“ gibt es inzwischen nicht nur gegen Ektoparasiten, sondern mit entsprechenden Präparaten auch bei Wurmbefall. Diese meist verwendeten Mittel sind ebenfalls beim Tierarzt erhältlich. Für das Säugetier, das damit Mittel beträufelt wird, ist das Mittel ungefährlich. Wichtig, nicht jedes Mittel ist für Trächtige Katzen geeignet. Auch hier wird Ihr Tierarzt sie Fachkundig beraten.
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