
Kittenbehandlung mit Chloramphenicol, (zum Kapitel, Früherkennung von Neugeborenen-Infektion)
Viele Tierärzte lehnen die Verabreichung von Chloramphenicol bei Kitten mit der Begründung ab, dass es zu schädlich für die Katzenkinder sei.
Die weitere Begründung ist, dass es zu Störungen der Blutbildung, sowie schwere Leber- und Nierenschäden kommen kann. Die Verarbeitung hoher Dosen oder über einen längeren Zeitraum können zusätzlich bei Katzen zu einer Störung der Blutbildung führen.
Man beachte jedoch: Kontraindikationen und unerwünschte Nebenwirkungen gibt es bei nahezu allen Medikamenten und trotzdem werden sie bei vorhandenen Erkrankungen eingesetzt.
Bei Kitten, die an einer lebensbedrohlichen Infektion leiden, hat man immer nur zwei Alternativen: entweder man macht nichts, dann wird eine infektiöses Kitten sterben, denn von selbst wird diese Infektion nicht wieder verschwinden, oder man versucht die Behandlung mit einem Mittel, das bei vielen Züchtern erfolgreich angewandt wurde, auch wenn es mögliche Nebenwirkungen haben können.
Die vertretbare Chloramphenicol - Verabreichung bezieht sich auf eine minimal dosierte Menge: 0,01 ml in den ersten Lebenstagen und ab der 3 Lebenswoche von 0,02 ml. Vergleicht man die Dosierung, die bei diesen Präparaten angegeben ist, so entspricht die Gabe an Kitten eine starke Unterdosierung, die jedoch bei Kitten immer ausgereicht hat, Infektionen zu bekämpfen.
Eine einmalige Verabreichung von 3 -5 Tagen in solch niedrig dosierter Konzentration kann man sicher nicht als zu hohe Dosierung und auch nicht als zu langen Zeitraum bezeichnen.
Es ist allgemein unter Züchtern bekannt, dass bei Kitten- Infektionen die Gabe von Chloramphenicol das Leben der Kitten retten konnte. Kitten bei denen diese Behandlung verweigert wurde, starben in den meisten Fällen innerhalb 10-14 Tagen.
Die schnelle und anhaltende Ausheilung von Kitten - Infektionen durch Chloramphenicol – Präparate bestätigt auch die Tierarztpraxis Michael Hann, Herdorf.
Chloramphenicol allgemein
Es ist bekannt, dass dieses Mittel in seiner Wirksamkeit ein breites Spektrum von Keinen abdeckt. Bei wenige Tage alten Kitten hat man keine Möglichkeit Bluttests oder ein Antibiogramm durchführen zu lassen.
An welcher Infektion das Kitten letztlich leidet, kann oft nur vermutet werden und hier muss man dann zu einem Mittel greifen, welches möglichst alle in Frage kommenden Keime bekämpfen kann. Dazu gehört Chloramphenicol.
Das Labor für klinische Diagnostik Laboklin, in Bad Kissingen, veröffentlichte in seiner Homepage (www.laboklin.de) eine Aufstellung über die Zehn am häufigsten nachgewiesenen Keime bei Katzen und Hunden.
Dazu gehören:
Staphylococus intermedius
Escherichia coli
Hämolysierende E. coli
Pseudononmas
ß-hämolys. Strepotokokken
Enterobacter agglomerans
Proteus mirabilis
Enterokokken
Pseudonomas aeruginosa
Pasteurella multocida
Viele dieser Keime können die Ursache für eine Kitten Infektion sein und auf alle diese Keime wirkt Chloramphenicol, während andere Mittel (z.B. Amoxicillin, Gyrasehemmer oder Sulfonamide) nicht jeden Erreger bekämpfen.
So ist zu erklären, wie die Praxis auch immer wieder gezeigt hat, warum man mit Chloramphenicol - Präparaten so schnelle und gute Erfolge in der Bekämpfung der Kitten Infektionen hat.
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